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Verlassenschafts­verfahren in Österreich

  • Redaktion Erbrechtsinfo.at
Anwälte schütteln sich die Hände
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Eine Erbschaft darf nach dem Tod einer Person von niemandem ohne Ermächtigung in Besitz genommen werden. Das Verlassenschafts­­verfahren bildet die Basis des österreichischen Erbrechts. Bei einem Verlassenschafts­­verfahren, wie beispielsweise bei einer Verlassenschaft betreffend Wohnungen, sollten Sie unbedingt einen Anwalt für Erbrecht hinzuziehen, der Ihnen mit seinem Know-how zur Seite steht. So stellen Sie sicher, dass das Verlassenschafts­­verfahren auch rechtskonform durchgeführt wird.

Im folgenden Beitrag erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Verlassenschafts­­verfahren in Österreich. Erfahren Sie alles zum Verlassenschafts­­verfahren Ablauf, den Verlassenschafts­­verfahren Fristen sowie zur Dauer des Verfahrens. Außerdem bekommen Sie einen Einblick, wie sich die Verlassenschafts­­verfahren Kosten berechnen lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im österreichischen Erbrecht dient das Verlassenschafts­verfahren der Feststellung des Vermögensstandes der Verlassenschaft.
  • Das Verlassenschafts­verfahren endet mit der Einantwortung; erst dann geht die Erbschaft auf den oder die Erben über.
  • Beim Verlassenschafts­verfahren gibt es ein Vorverfahren, das hauptsächlich der Todesfallaufnahme dient.
  • Beim Verlassenschafts­verfahren wird vom Bezirksgericht ein Notar als Gerichtskommissär bestellt, der das Verlassenschafts­verfahren abwickelt.
  • Die Erben können beim Verlassenschafts­verfahren eine bedingte oder eine unbedingte Erbantrittserklärung abgeben.
  • Weil das Verlassenschafts­verfahren sehr komplex ist, ist es für alle Beteiligten empfehlenswert, einen Anwalt für Erbrecht hinzuzuziehen, der den Beteiligten unterstützend und beratend zur Seite steht.

Was ist ein Verlassenschafts­verfahren?

Auf den Tod einer Person folgt in Österreich vor Gericht ein Verfahren zur Verlassenschaft, das sogenannte Verlassenschafts­­verfahren. Zunächst einmal zur Verlassenschaft Definition: Unter Verlassenschaft werden alle Rechte und Verbindlichkeiten des Verstorbenen verstanden, die im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Erben übergehen.

Beim Verlassenschafts­­verfahren in Österreich handelt es sich um ein Gerichtsverfahren, das von Notaren durchgeführt wird, die vom Bezirksgericht beauftragt wurden.

Das Verlassenschafts­­verfahren regelt die Vermögens­angelegenheiten eines Verstorbenen. Ziel des Verlassenschafts­­verfahren ist es, die Vermögenswerte des Verstorbenen mit einem Einantwortungs­beschluss (oder Einantwortung) an die rechtmäßigen Erben zu übergeben. Außerdem soll das Verlassenschafts­­verfahren die Rechte minderjähriger und die Beachtung des letzten Willens des Verstorbenen sichern.

Die Einleitung des Verlassenschafts­­verfahren in Österreich erfolgt grundsätzlich automatisch. Das Verlassenschafts­gericht wird vom Standesamt verständigt. Ein Notar, der zum Gerichtskommissär bestimmt ist, wird seinerseits automatisch vom Verlassenschafts­gericht bestellt.

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Was ist ein Erbenmachthaber?

Ein Erbenmachthaber ist bei einem Verlassenschafts­­verfahren in Österreich ein Notar oder Rechtsanwalt, der gemeinsam von allen Erben bestimmt wird. Erteilen alle Erben gemeinsam dem Erbenmachthaber eine Vollmacht, so führt dieser das Verlassenschafts­­verfahren durch.Andersfalls ist der vom Verlassenschafts­gericht bestellte Gerichtskomissär für das Verlassenschafts­­verfahren zuständig. Aufgabe des Erbenmachthabers ist es, das Verlassenschafts­­verfahren mit dem Gericht schriftlich durchzuführen.

Welche Stellen sind für das Verlassenschafts­verfahren zuständig?

Zuständig für ein Verlassenschafts­­­verfahren in Österreich sind zwei Stellen: zum einen das Standesamt und zum anderen das Bezirksgericht.
Hinweis:

Das zuständige Bezirksgericht ist das am letzten Wohnsitz des Verstorbenen. Es erhält die Sterbeurkunde von dem Standesamt, das sie ausgestellt hat.

Warum ist es ratsam, sich für das Verlassenschafts­verfahren an einen Rechtsanwalt zu wenden?

Ein Verlassenschaft­­­verfahren ist hochkomplex und kann sich über einen langen Zeitraum hinziehen. Damit Sie den Anschluss nicht verlieren und immer gut informiert sind, ist es äußerst empfehlenswert, bei einem Verlassenschafts­­verfahren einen Fachmann an seiner Seite zu haben.Mit dem passenden Anwalt für Erbrecht an Ihrer Seite haben Sie bei Fragen und Problemen rund um das Verlassenschafts­­verfahren in Österreich immer einen kompetenten Ansprechpartner, der Sie beraten kann.
Hinweis

Der Notar ist nur der verlängerte Arm des Gerichts. Er vertritt im Regelfall keine persönlichen Interessen der einzelnen Parteien. Um einzelne Interessen vertreten zu lassen, sollte ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Nutzen sie dafür gerne unsere Anwaltssuche bei Erbrechtsinfo.at.

Kann man beim Verlassenschafts­verfahren den Gerichtskommissär (Notar) wechseln?

Möchten die Erben beim Verlassenschafts­­­­verfahren den Notar wechseln, können sie den bestellten Gerichtskomissär ablehnen. Hierfür muss allerdings ein plausibler und nachvollziehbarer Grund vorliegen. Wenn die Erben dies wünschen, können sie auch selbst einen Notar für das Verlassenschafts­­­verfahren beauftragen. Dies muss allerdings einstimmig geschehen.

Welche Fristen sollten beim Verlassenschafts­verfahren beachtet werden?

Welche Verlassenschafts­­­­verfahren Fristen sind zu beachten? Grundsätzlich müssen sich die Gerichtskomissäre beim Verlassenschafts­­­­verfahren an keine besonderen Fristen halten. Verlassenschafts­­­­verfahren Fristen in dem Sinne gibt es also nicht. Allerdings sind Gerichtskomissäre an die Weisungen des jeweiligen Verlassenschafts­­­gerichts gebunden.
Achtung!

Nimmt ein Verlassenschafts­verfahren sehr viel Zeit in Anspruch, muss der Gerichtskomissär die Verzögerung begründen. Hat er den Eindruck, dass Erben das Verlassenschafts­verfahren unnötig in die Länge ziehen, ist er berechtigt, den Erben Fristen zu setzen.

Was sollte man bezüglich der Verlassenschaft beachten?

Für den Ablauf eines Verlassenschafts­­verfahrens ist es von Bedeutung, ob die Verlassenschaft den Wert der Begräbnis­kosten nicht übersteigt oder das Verlassenschafts­vermögen die Verlassenschafts­verbindlichkeiten übersteigt. Worauf Sie in dem jeweiligen Fall beim Verlassenschafts­­verfahren achten müssen, lesen Sie im Folgenden.

Die Verlassenschaft übersteigt nicht den Wert der Begräbniskosten

Für den Fall, dass die Verbindlichkeiten vom Wert der Verlassenschaft nicht überstiegen werden, kommt es zum Ende des Verlassenschafts­­verfahrens durch Gerichtsbeschluss wegen „Aktiven der Verlassenschaft an Zahlungs statt“. Die Person, die für das Begräbnis aufgekommen ist, erhält dann den Nachlass. Dabei ist unerheblich, ob die Person Erbe ist oder nicht.

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Verlassenschaftsvermögen übersteigt die Passiven (Verlassenschaftsverbindlichkeiten)

Ist ein die Passiven übersteigendes Vermögen vorhanden, wird ein Verlassenschafts­­verfahren durchgeführt. Dieses endet in der Regel mit der Übergabe des Nachlasses an die rechtmäßigen Erben. Die Verlassenschafts­­verfahren Dauer ist dabei nur sehr schwer vorherzusehen

Wie läuft das Verlassenschafts­verfahren in Österreich ab?

Nach dem Tod eines geliebten Menschen sind die Angehörigen und Hinterbliebenen oft heillos überfordert. Durch das automatisch eröffnete Verlassenschafts­­verfahren werden die Hinterbliebenen entlastet.  Ein Verlassenschafts­­verfahren Ablauf sieht in der Regel wie folgt aus: Das Standesamt hält die Sterbeurkunde für die Angehörigen eines Verstorbenen bereit.

Gleichzeitig meldet das Standesamt dem Bezirksgericht den Todesfall. Dieses leitet das Verlassenschafts­­verfahren ein. Um die rechtmäßigen Erben sowie den Vermögensstand zu ermitteln, wird vom Gericht ein Gerichtskommissär (Notar) bestellt. Alle potenziellen Erben und Angehörigen werden frühestens zwei bis drei Wochen nach dem Tod einer Person vom Gerichtskommissär eingeladen, um den Todesfall aufzunehmen.

Achtung!

Den Erben und Angehörigen wird dringend empfohlen, einen Anwalt hinzuzuziehen, um ihre persönlichen Interessen zu vertreten. Der Notar hat nicht die individuellen Interessen der einzelnen Hinterbliebenen im Sinn, sondern ist nur verlängerter Arm des Gerichts. Ein Rechtsanwalt berät seinen Mandanten persönlich und individuell und trägt zu einem schnellen Verlassenschafts­verfahren Ablauf bei.

Ist die Erbfolge umstritten, wird das Nachlassvermögen erst dann verteilt, wenn alle Erbschaftsansprüche endgültig geklärt sind. Sollten wertvolle Sachen aus dem Nachlass veräußert werden, dürfen die Angehörigen nicht eigenmächtig darüber verfügen. Die Erbschaft kann gar nicht, unbedingt oder bedingt durch den Erben angetreten werden.

Vorverfahren - Todesfallaufnahme

Bevor das eigentlich Verlassenschafts­­verfahren in Gang kommt, muss die Personenstands­behörde, die vom Ableben einer Person erfährt, die Sterbeurkunde an das jeweilige Bezirksgericht übermitteln. Erst dann wird ein Notar als Gerichtskomissär bestellt. Hauptteil des Vorferfahrens des Verlassenschafts­­verfahrens ist also die Todesfallaufnahme, bei der es vor allem um die Datenerfassung und die Suche nach erbberechtigten Verwandten bzw. Testamenten oder einem Erbvertrag geht.

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Darf ein Notar Informationen über Ersparnisse bei der Bank einholen?

Ein Notar darf bei der Bank nur Informationen über solche Ersparnisse einholen, die auf den Namen des Verstorbenen laufen und zum Nachlass gehören – schließlich muss der Notar des Verlassenschafts­­verfahrens schauen, ob eine Verlassenschaft überschuldet ist oder ein Erbe ein Sparbuch unterschlägt.

Die Ersparnisse auf den Namen des Verstorbenen zählen zu den legitimierten Werten. Bei anonymen Werten darf die Bank die Auskunft nur dann erteilen, wenn die Werte zur Verlassenschaft zählen. Dass dies so ist, muss der Notar im Einzelfall beweisen.

Checkliste Verlassenschafts­verfahren

Bei der Todesfallaufnahme am Beginn jedes Verlassenschafts­­verfahrens lädt der Notar alle wichtigten Personen ein, um über die persönlichen und vermögens­rechtlichen Belange des Erblassers zu sprechen. Was wird für das Verlassenschafts­­verfahren Gespräch mit dem Notar unter anderem alles benötigt? Das sehen Sie nun hier in der Verlassenschafts­­verfahren Checkliste auf einen Blick:
  • Aufstellung aller Angehörigen
  • Letztwillige Verfügungen im Original
  • Rechnungen über Todesfallkosten
  • Sparbücher/gemeinsames Sparbuch und Sparbuchnummern
  • Informationen über Vermögensverhältnisse
  • Schließfächer
  • Lebens- und Sterbeversicherungen
  • Schulden
  • Informationen zu Fahrzeugen
  • Informationen zu Liegenschaften und Häusern

Abhandlungsverfahren durch einen Notar

Zu dem obligatorischen Gerichtskommissariat, welches durch den Notar durchgeführt wird, bietet die schriftliche Abhandlungspflege einen Ausgleich. Bei der Abhandlungspflege innerhalb des Verlassenschafts­­verfahren Ablauf stellt der Notar fest, welche Personen erbberechtigt sind.

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Abhandlungspflege in schriftliche Form und ohne Notar

Beim Verlassenschafts­­verfahren Ablauf kann dann eine schriftliche Abhandlungspflege ohne Notar durchgeführt werden, wenn sich alle Erben einig sind. Nur kleine Tätigkeiten, darunter beispielsweise die Aufnahme von Inventar und Todesfall sind dann noch unbedingt vom Gerichtskommissär zu erledigen. Um die schriftliche Abhandlungspflege durchzuführen, kann alternativ ein Rechtsanwalt für Erbrecht von der Erben­gemeinschaft beauftragt werden.

Es ist meistens nicht zu empfehlen, dass juristische Laien die schriftliche Abhandlungs­pflege übernehmen. Für den Nichtjuristen ist es nicht einfach zu beurteilen, welche Ansprüche unter Berücksichtigung von Vereinbarungen aus Lebzeiten zu beachten sind, wie Testamente, Zuwendungen und erbrachte Pflegeleistungen und das gesamte Erbrecht in Österreich auszulegen sind. Bei Erbstreitigkeiten um das Erbe sind Kenntnisse der Rechtslage sowie Erfahrungen vorteilhaft.

Hinweis!

Das Verlassenschafts­verfahren kann möglicherweise schneller beendet werden, wenn ein frei gewählter Rechtsanwalt die schriftliche Abhandlungspflege erledigt. Im Voraus kann mit dem Rechtsanwalt das Honorar frei verhandelt werden. Nach dem Tod einer geliebten Person ist ein solches Verlassenschafts­verfahren psychisch belastend, weswegen es von vielen als Vorteil empfunden wird, einen vertrauensvollen Rechtsanwalt beauftragen zu können, welcher frei gewählt werden kann.

Abgabe einer Erbantrittserklärung

Bei der Abgabe einer Erbantrittserklärung im Verlassenschafts­­verfahren wird zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden: der unbedingten Erbantritts­erklärung und der bedingten Erbantritts­erklärung.
Tipp

Informieren Sie sich vor der Abgabe einer Erbantrittserklärung gut, ob die Verlassenschaft überschuldet ist. Wer ein Erbe antritt, erbt nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden.

Abgabe einer unbedingten Erbantrittserklärung

Bei einer unbedingten Erbantritts­erklärung innerhalb eines Verlassenschafts­­verfahrens ist besondere Vorsicht geboten. Wer eine unbedingte Erbantritts­erklärung abgibt, haftet für alle Schulden des Erblassers. Zu diesen Schulden zählt beispielsweise auch die Erfüllung von Vermächtnissen. Wichtig zu wissen ist, dass bei der unbedingten Erbantritts­erklärung auch mit Privatvermögen in unbeschränkter Höhe gehaftet wird.

Das heißt, dass sich ein Erbe mit einer unbedingten Erbantritts­erklärung im Verlassenschafts­­verfahren unter Umständen in den finanziellen Ruin stürzen kann. Außerdem haften die anderen Miterben solidarisch mit. Kann also ein Erbe die Schulden nicht begleichen, haben die anderen Erben dessen Verpflichtungen zu erfüllen.

Der Vorteil der unbedingten Erbantritts­erklärung ist der, dass die Abwicklung recht einfach ist. Zudem ist die unbedingte die Erbantrittserklärung die kostengünstigere Variante. Dies ist deswegen der Fall, weil das Verlassenschafts­vermögen bei der unbedingten Erbantritts­erklärung nicht geschätzt wird.

Achtung!

Ein unbedingter Erbantritt im Verlassenschafts­verfahren birgt Gefahren: Die Schulden, die mit dem Erbe übertragen werden, müssen vom Erben mit seinem eigenen Vermögen getilgt werden, denn er haftet dafür. Eine bedingte Erbantrittserklärung ist dann sinnvoll, wenn die Erben keine Kenntnisse über das Vermögen des Toten verfügt. Der Erbe haftet dann nur bis zur Höhe der übernommenen Aktiva des Nachlasses. In diesem Fall muss eine Liste des Inventars erstellt werden. Diese Variante dauert jedoch länger und ist mit höheren Kosten verbunden.

Abgabe einer bedingten Erbantrittserklärung

Mit einer bedingten Erbantritts­erklärung kann man das Risiko für die Schuldenhaftung beschränken. Hier haftet der Erbe für die Schulden des Erblassers nicht mit seinem eigenen Vermögen, sondern nur mit den Aktiva der Verlassenschaft. Diese Variante bietet sich also vor allem dann an, wenn eine Verlassenschaft überschuldet ist oder Unklarheit über die Vermögensverhältnisse herrscht.

Darum ist eine bedingte Erbantritts­erklärung dann sinnvoll, wenn einem keine Kenntnisse darüber vorliegen, über welches Vermögen der Tote verfügt. In diesem Fall muss eine Liste des Inventars erstellt werden; deswegen dauert diese Variante länger und ist teurer.

Erbe ausschlagen

Kein Erbe ist dazu verpflichtet, eine Erbschaft anzunehmen. Stellt sich beispielsweise heraus, dass ein Nachlass überschuldet ist, so kann es sinnvoll sein, das Erbe im Verlassenschafts­­verfahren auszuschlagen. Hierzu hat jeder Erbe uneingeschränkt das Recht.

Notar erstellt ein Protokoll über die Anträge der jeweiligen Erben

Der Notar hat die Aufgabe, ein Protokoll über die jeweiligen Anträge der Erben zu erstellen. So ist im Verlassenschafts­­verfahren auf einem Blick ersichtlich, welche Erben das Erbe ausschlagen, welche Erben eine bedingte Erbanstritts­erklärung abgeben und welche eine unbedingte Erbanstritts­erklärung
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Einantwortung: Abschluss des Verlassenschafts­verfahrens

Jedes Verlassenschafts­­verfahren endet mit der so genannten Einantwortung der Verlassenschaft. Die Einantwortung ist ein Gerichtsbeschluss des Abhandlungsgerichts. Dieser muss folgendes beinhalten:
  • die Daten des Verstorbenen
  • die Daten der Erben
  • die Arten der Erbantrittserklärungen
  • die jeweiligen Erbquoten
  • wenn Liegenschaften beziehungsweise Immobilien vorhanden sind: grundbücherliche Anordnungen

In folgender Grafik zum Verlassenschafts­­verfahren Ablauf können Sie sich nochmals auf einen Blick über das Verlassenschafts­­verfahren informieren. Bei weiteren Fragen oder Problemen steht Ihnen jederzeit einen Anwalt für Erbrecht von Erbrechtsinfo.at zur Verfügung.

Sie können über unsere Anwaltssuche jederzeit Kontakt zu einem Erbrechts­experten in Ihrer Region aufnehmen. Sehr gern unterstützt Sie Ihr Rechtsexperte für Erbrecht auch bei anderen erbrechtlichen Themen wie beispielsweise der Erbengemeinschaft, dem Erbverzicht, dem Pflichtteil, der Unternehmens­nachfolge, Schenkungen oder der vorweggenommenen Erbfolge.

Streit um das Erbrecht

In einem Verlassenschafts­­verfahren kann es um zum Streit um das Erbrecht kommen. Solche Erbstreitigkeiten im Verlassenschafts­­verfahrens Ablauf entstehen vor allem dann, wenn die gesetzliche Erbfolge zum Tragen kommt und keine letztwillige Verfügung des Todes wegen wie ein Testament oder Erbvertrag vorliegt.

Kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen, kommt es hin und wieder vor, dass die vom Notar zum Gespräch eingeladenen Personen sich widersprechende Erklärungen  abgeben. Ist dies der Fall, hat der Gerichtskommissär zu klären, welche Erklärungen der Wahrheit entsprechen. Des weiteren muss er versuchen, zwischen den Erben im Verlassenschafts­verfahren eine Einigung herbeizuführen. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, muss ein gerichtliches Beweisverfahren durchgeführt werden.

Um Erbstreitigkeiten im Voraus vorzubeugen, kann der Erblasser in einer letztwilligen Verfügung anordnen, dass ein Erbstreit zunächst vor dem Schiedsgericht zu erfolgen hat.

Für den Fall, dass sich alle Erben einig sind, dass sie das Erbe anders verteilen möchten, als der Erblasser es in seiner letztwilligen Verfügung verfügt hat, so dürfen sie dies tun. Wichtig ist nur, dass die Verteilung des Erbes im Verlassenschafts­verfahren einstimmig erfolgt.

Die Erben, einzelne Vertretung

Für jeden Erben besteht die Option, sich gesondert einen Rechtsanwalt zur Vertretung der eigenen Sache zu nehmen, wenn sich die Erbengemeinschaft nicht auf einen Rechtsanwalt einigen kann oder die Aufteilung des Vermögens nicht einvernehmlich vorgenommen werden kann.

Der Rechtsanwalt prüft im Einzelnen die Ansprüche und wird diese im Verfahren gegenüber den anderen Erben fristgerecht durchsetzen. Ein fachkundiger Rat eines Juristen sollte in fast jedem Verlassenschafts­­verfahren eingeholt werden. So können Sie eine Benachteiligung wirksam vermeiden und stellen sicher, dass Ihre Interessen durchgesetzt werden.

Nachträgliche Geltendmachung von erbrechtlichen Ansprüchen

Sollte beim Verlassenschafts­­verfahren ein falscher Erbe in Erscheinung getreten sein, kann der wahre Erbe seine Ansprüche mit einer Erbschaftsklage durchsetzen. Sollte beispielsweise nach der Einantwortung des Verlassenschafts­­verfahrens ein neues Testament auftauchen, das andere Bestimmungen als das vorherige enthält, kann ein neuer Erbe seine Ansprüche durchsetzen.

Für die nachträgliche Geltendmachung von erbrechtlichen Ansprüchen gilt eine Verjährungs­frist von drei Jahren ab Kenntnis des Anspruches, längstens aber eine Frist von 30 Jahren nach dem Tod des Erblassers

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Was kostet ein Verlassenschafts­verfahren bzw. der Notar dafür?

Die Verlassenschafts­­verfahren Kosten sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Gebühren, die der Notar beanspruchen kann, werden auf Basis einer gesetzlichen Regelung vom Verlassenschaftsgericht festgesetzt. Dabei stellen der Wert des Nachlasses und der Verfahrensumfang die Ausgangsbasis für die Gebührenberechnung des Gerichtskommissärs dar.

Die Verlassenschafts­­verfahren Kosten betragen circa fünf Promille des reinen Verlassenschafts­vermögens, jedoch mindestens 72 Euro.

Zu beachten!

Es ist bekannt, dass der Notar beim Verlassenschafts­verfahren im Auftrag des Gerichts seine Aufgabe als Gerichtskommissär wahrnimmt. Der Notar ist nur der verlängerte Arm des Gerichts. Er vertritt im Regelfall keine persönlichen Interessen der einzelnen Parteien. Um einzelne Interessen vertreten zu lassen, sollte ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden.

Welche steuerlichen Aspekte sollte man beachten?

Kosten, die im Zusammenhang mit einem Todesfall stehen, gehören grundsätzlich zu den Verbindlichkeiten des Nachlasses. Allerdings ist es unter Umständen möglich, die Aufwendungen steuerlich geltend zu machen. Dies geht insbesondere dann, wenn der Nachlass zur Begleichung der Nachlass­verbindlichkeiten nicht ausreicht und privat beglichen werden mussten. Lassen Sie sich hier im Rahmen des Verlassenschafts­­verfahrens am besten von einem Anwalt für Erbrecht beraten.

Welche steuerlichen Aspekte sollte man beachten?

Kosten, die im Zusammenhang mit einem Todesfall stehen, gehören grundsätzlich zu den Verbindlichkeiten des Nachlasses. Allerdings ist es unter Umständen möglich, die Aufwendungen steuerlich geltend zu machen. Dies geht insbesondere dann, wenn der Nachlass zur Begleichung der Nachlass­verbindlichkeiten nicht ausreicht und privat beglichen werden mussten. Lassen Sie sich hier im Rahmen des Verlassenschafts­­verfahrens am besten von einem Anwalt für Erbrecht beraten.

Versicherungen

Um Versicherungssummen beheben zu können, müssen im Verlauf des Verlassenschafts­­verfahrens folgende Dokumente bereitgelegt werden:
  • Auszug aus Sterbebuch
  • Sterbeurkunde
  • Versicherungspolice
  • Bestätigung der letzten Prämienzahlung
  • Ausweis
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