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Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen

  • Juristische Redaktion: Mag. Michaela Kriechbaumer
Mann grübelt über Dokumenten
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Erst wenn ein naher Verwandter stirbt, denken die Meisten überhaupt erst über den Ihnen zustehenden Pflichtteil nach und wir man diesen durchsetzen bzw. einfordern kann. Denn dann sehen sich viele Verwandte häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass der Erblasser sie nicht ausreichend bedacht hat. Für Kinder, Eltern und Ehegatten sieht das Gesetz einen Mindestanteil (Pflichtteil) am Erbe vor.

Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie bei der Durchsetzung Ihres Pflichtteilsanspruchs beachten müssen, welche Risiken es gibt und welche Rolle Schenkungen zu Lebzeiten dabei spielen.

 

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Inhaltsverzeichnis

Als Mindestanteil am Erbe gilt der Pflichtteilsanspruch

Direkten Angehörigen steht ein Pflichtteilsanspruch zu. Dabei handelt es sich um einen gesetzlich garantierten Mindestanteil, der sich aus dem Umfang der Verlassenschaft des Verstorbenen berechnet. Als berechtigt gelten in erster Linie die Kinder und Ehegatten. Hat der Verstorbene weder Kinder noch überlebenden Ehegatten sind auch seine Eltern berechtigt, den Pflichtteil zu beanspruchen. Ob ein solcher Anspruch besteht, lässt sich in den meisten Fällen leicht feststellen.

Wie viel der Pflichtteilsanspruch umfasst, lässt sich oftmals schwieriger festlegen. Grundsätzlich besteht dieser Anspruch in der „Höhe der Hälfte des Wertes“ bezogen auf den gesetzlichen Erbteil. Gerichtet ist er immer auf einen oder mehrere Erben und bezieht sich lediglich auf  reine Geldforderungen.

Pflichtteilsberechtigte Personen haben somit keinen Anspruch auf die Zuwendung von bestimmten Gegenständen oder einzelne Vermögenswerte, die sich in der Erbmasse befinden.

Tipp!

Kommen Sie zu Ihrem Recht und lassen Sie sich Ihren Pflichtteilsanspruch von einem Rechtsanwalt vor Ort errechnen.

Was ist zu beachten bei der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen?

Bezüglich der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen muss als Erstes der tatsächliche Nachlasswert ermittelt werden. Jedoch sind nur wenige Erben bereit, den Wert ermitteln zu lassen und sind oft gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten nicht sehr auskunftsfreudig. Andererseits steht jedem Pflichtteilsberechtigten ein umfassendes und einklagbares Auskunftsrecht gegenüber dem Erben gesetzlich zu.

Dieses Auskunftsrecht umfasst eine Bestandsauskunft des Nachlasses sowie eine Wertauskunft über die im Nachlass befindlichen Gegenstände. Zudem kann der Pflichtteilsberechtigte verlangen, dass ihm ein notariell erstelltes Verlassenschaftsverzeichnis (Inventar) für die Durchsetzung seiner Pflichtteilsansprüche ausgehändigt wird.

Im Zusammenhang mit einer Wertauskunft kann der Erbe manchmal der Verpflichtung unterliegen, einen oder mehrere Gutachter zu beauftragen, damit diese die Verlassenschaftsgegenstände bewerten. Dies gilt insbesondere für Unternehmensanteile oder Grundstücke, die in der Verlassenschaft verzeichnet sind.

Der Pflichtteilsberechtigte kann aus dem so ermittelten Wert der Verlassenschaft  seine persönliche Pflichtteilsquote berechnen und bei Bedarf seinen Pflichtteil einklagen. Nicht nur wenn Erben den Pflichtteil einklagen möchten, sondern ist es grundsätzlich ratsam, sich in einer solchen Situation von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten und ggf. vor Gericht vertreten zu lassen.

Als Ausgleich für Schenkungen des Erblassers gibt es den Pflichtteilsergänzungsanspruch

Entsprechend den gesetzlichen Voraussetzungen steht jedem Pflichtteilsberechtigten ein Pflichtteils­ergänzungs­anspruch zu. Dieser gilt für Schenkungen des Erblassers als Ausgleich, aufgrund welcher zu Lebzeiten (in den letzten 10 Jahren vor seinem Ableben) sein Vermögen geschmälert wurden.

In einem solchen Fall ist der Schenkungswert, der in Abhängigkeit vom Schenkungszeitpunkt gemindert wird, durch den Erben entsprechend der Pflichtteilsquote des Pflichtteilsberechtigten auszugleichen. Um herauszufinden, ob eine benachteiligende Schenkung dieser Art erfolgt ist, steht dem Pflichtteilsberechtigten das Recht zu, den Erben zur Auskunft zu verpflichten.

Eine Vermögensnachfolge zu Lebzeiten – Vermeidung von Risiken bei der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen

Häufig entstehen  Probleme, wenn der Pflichtteilsberechtigte seine Pflichtteilsansprüche geltend machen möchte. Wer seinen Pflichtteil einklagen will, erhält diesen oft erst nach jahrelangen  Auseinandersetzungen vor Gericht.

Auch kann es für  Erben zu einem wirtschaftlichen Risiko durch Pflichtteils- bzw. Pflichtteils­ergänzungs­ansprüchen kommen. 

Wird für die Vermögensnachfolge zu Lebzeiten die richtige Strategie gewählt, können Pflichtteils- oder Pflichtteilsergänzungsansprüche vermieden werden. Eine fachkundige Beratung durch einen Anwalt für Erbrecht sorgt dafür, dass die Durchsetzung Ihrer Pflichtteilsansprüche reibungslos abgewickelt wird.

Rat:

Pflichtteilsansprüche durchsetzen und Pflichtteil einklagen: Meistens treten bei der Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen Probleme auf. Werden Pflichtteilsansprüche geltend gemacht, ist der Erbe mit einem schwer im Vorhinein kalkulierbaren wirtschaftlichen Risiko konfrontiert. Mit einer richtig gewählten Nachfolgestrategie kann der Erblasser noch zu Lebzeiten vermeiden, dass eine gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche der Pflichtteilsberechtigten nach seinem Ableben erforderlich ist.

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