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Testament nach Scheidung § Gültigkeit & mehr

Wer sich scheiden lässt, denkt meist nicht als erstes an die Änderung seines Testaments nach der Scheidung. Dabei ist die Frage, ob ein Testament nach Scheidung ungültig wird, vollkommen berechtigt. Um wirklich sicherzugehen, dass nach dem eigenen Tod nach den persönlichen Wünschen gehandelt wird, sollten Sie Ihr Testament im Scheidungsfall prüfen lassen und gegebenenfalls neu aufsetzen. Im Folgenden erfahren Sie alles, was Sie für Ihr Testament bei Scheidung beachten müssen.
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Ein Beitrag der:
Erbrechtsinfo Redaktion
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Das Wichtigste in Kürze

Gültigkeit des Testaments nach Scheidung

Wenn Sie Ihren letzten Willen in einem Testament oder Erbvertrag festgehalten haben, ist dieser nach einer Scheidung ungültig. Dies gilt erst seit der Erbrechtsänderung 2017. Vorher behielten Testamente und Erbverträge ihre Gültigkeit. Ein Testament bei Trennung oder Scheidung bleibt nur dann gültig, wenn Sie dies schriftlich festhalten. Wenn Sie sich fragen, ob Sie Ihr Testament bei Scheidung erneuern müssen, ist die Frage im Vorfeld recht leicht zu beantworten. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, das eigene Testament nach Scheidung neu aufzusetzen.

Der Ehepartner wird im Falle einer Scheidung automatisch von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Aufgesetzte Testamente behalten jedoch unter Umständen ihre Gültigkeit. Möchten Sie Ihr Erbe nach Scheidung also anders verteilen als zur Zeit Ihrer Ehe, müssen Sie ein neues Testament erstellen. Selbiges gilt für das nur unter Eheleuten mögliche wechselseitige Testament. Zwar kann ein solches jederzeit einseitig widerrufen werden, ohne dass der Partner davon erfährt.

Allerdings sollten Sie auch im wechselseitigen Testament festhalten, dass die Gültigkeit auf die Dauer der Ehe beschränkt ist. Nur so gehen Sie wirklich sicher, dass der Partner nach einer Scheidung keine Erbansprüche geltend machen kann. Wenn Sie möchten, dass Ihr Testament nach Scheidung gültig bleibt, können Sie selbstverständlich auch das verfügen.

Gültigkeit des Erbvertrags nach Scheidung

Eheleute haben die Möglichkeit, über drei Viertel ihres Vermögens in einem Erbvertrag zu verfügen. Im Falle einer Scheidung muss ein Partner allerdings schuldig geschieden werden, um die im Erbvertrag vereinbarten Ansprüche zu verlieren. Anderenfalls bleiben die Ansprüche bestehen.

Errichtung eines neuen Testaments

Weil ein Testament bei Scheidung zu unvorhergesehenen Problemen führen kann, ist eine Neuaufsetzung des Testaments nach Scheidungin jedem Fall ratsam. Vor allem, wenn minderjährige Kinder da sind und Sie nicht möchten, dass Ihr ehemaliger Partner als Vermögensverwalter eingesetzt wird, ist ein neues Testament beziehungsweise ein Geschiedenentestament unbedingt notwendig. Falls ein gemeinsames Kind bereits verstorben ist und selbst keine Kinder hat, ist ein Geschiedenentestament ebenfalls ratsam: In diesem Fall ist der verbleibende Elternteil innerhalb der gesetzlichen Erbfolge nämlich erbberechtigt. Auf diese Weise kann er unter Umständen Teile der Verlassenschaft des ehemaligen Partners erben.

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Gründe für ein neues Testament

Ein Testament ist nach Scheidung nicht zwingend automatisch ungültig oder unanfechtbar. Wenn Sie unsicher sind, was die Gültigkeit Ihres Testaments nach Scheidung betrifft und Sie Erbstreitigkeiten vermeiden möchten, profitieren Sie vom Wissen und der Erfahrung eines auf Erbrecht spezialisierten Anwalts. In manchen Fällen reicht eine Prüfung des bestehenden Testaments aus und eine Erneuerung ist aufgrund klarer Regelungen im bestehenden Testament nicht erforderlich.

Oftmals ist es aber notwendig, ein Testament nach Scheidung neu aufzusetzen, damit es weiterhin Ihrem Willen entspricht. Wenn Sie einen Ansprechpartner benötigen oder Fragen haben, finden Sie hier Anwälte in Ihrer Region. Dieser kann Ihnen helfen, ein Testament zu erstellen und informiert Sie über Testament Vorlagen und Ihre Möglichkeiten.

Gut zu wissen
Erbrechtsreform
Seit dem 1. Jänner 2017 gilt das neue Erbrecht in Österreich. Unter anderem gab es hier einige Änderungen bei den Formvorschriften für Testamente. Alle Testamente, die vor dem 1. Jänner 2017 abgeschlossen wurden und den alten Formvorschriften entsprechen, gelten weiter. Dennoch lassen Sie Ihr Testament im Falle einer Scheidung unbedingt überprüfen. So gehen Sie auf Nummer sicher und vermeiden ungewollte Fehler.

So kann Ihnen ein/e Anwalt/-ältin für Erbrecht rund um das Testament nach Scheidung helfen

Ein Anwalt für Erbrecht kann Ihnen alle Fragen rund um das Testament beantworten und Ihr Testament im Scheidungsfall überprüfen. Sollten Sie Ihr Erbe nach der Scheidung anders verteilen wollen, so kann Ihnen ein/e Anwalt/-ältin beim Erstellen eines neuen Testaments behilflich sein. Er wird mit Ihnen die Inhalte des Testaments detailliert besprechen und sich um Ihre Anliegen rund um die Erbschaft kümmern.

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FAQ: Testament nach Scheidung

Wurde der letzte Wille in einem Testament festgehalten, ist dieses nach der Scheidung sofort ungültig. Dies wurde mit der Erbrechtsreform 2017 eingeführt.
Wollen Sie jemanden als Erben einsetzen, der beispielsweise im Zuge der gesetzlichen Erbfolge nicht begünstigt wird, sollten Sie ein Testament aufsetzen.
Das Ehegattentestament kann nur zu Lebzeiten geändert werden.
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