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Schenkungssteuer in Österreich

  • Redaktion Erbrechtsinfo.at
Frau steckt einen Geldschein in ein Sparschwein
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Zwar gibt es seit dem 1. August 2008 keine Erbschaftssteuer bzw. Schenkungssteuer mehr, jedoch muss weiterhin die Grunderwerbssteuer gezahlt werden, wenn es sich um Schenkungen oder Erbschaften handelt. 

Aus diesem Grund besteht auch eine Meldepflicht bei Schenkungen, um eben zu prüfen, ob die Grunderwerbssteuer greift oder nicht. Berücksichtigt werden alle Schenkungen zwischen zwei Personen der letzten 5 Jahre. Hier gehts zum Schenkungssteuer-Rechner.

Grunderwerbsteuer auf Schenkungen von Grundstücken

Da eine Vermögensübertragung als Schenkung gilt, darf eine eventuell vereinbarte Gegenleistung einen Gegenwert von 30% des Grundstückpreises nicht überschreiten. Schenkungen sind nicht nur im Familienverband zulässig.

Berechnung Schenkungssteuer

Beispiel zur Berechnung  der Schenkungssteuer:

Die Basis für die Berechnung der zu zahlenden Grunderwerbssteuer ist der Wert des Grundstücks und die daraufhin anwendbaren Prozentsätze:

für die ersten 250.000 Euro 0,5 Prozent,
für die nächsten 150.000 Euro 2 Prozent,
darüber hinaus 3,5 Prozent

Nehmen wir einen Grundstückswert von 500.000 € an, dann würde die Grunderwerbssteuer wie folgt berechnet:

250.000 x 0,5 % + 150.000 € 2% + 100.000 € x 3,5 % = 1.250 € + 3.000 + 3.500 = 7.750 €

Den Grundstückswert wird entweder über den Immobilienpreisspiegel errechnet oder es wird ein Schätzgutachen wird erstellt. Zur Ermittlung des Grundstückswerts gibt es auch noch eine etwas komplizierte Formel die die Summe des Dreifachen des hochgerechneten Bodenwertes und des Gebäudewertes heranzieht. 

Diese Formel ist in der Grundstückswertverordnung verankert. Der “Beschenkte” muss die Grunderwerbssteuer vor der Eintragung ins Grundbuch bezahlen.

Meldepflicht von Schenkungen

So gut wie bei allen Schenkungen müssen Sie diese beim Finanzamt melden. Dies betrifft eben nicht nur Bargeld sondern auch z.B. Autos, Schmuck, Sparbücher, Anleihen, Beteiligungen an Gesellschaften und geht sogar hin bis zur Übertragung von Wohn oder Urheberrechten. Seien Sie daher vorsichtig. Freuen Sie sich über den Vermögenswert aber melden Sie unbedingt jede Schenkung beim Finanzamt, damit die Freude nicht irgendwann getrübt wird.

Eine Schenkungsanzeige muss binnen drei Monaten ab der Schenkung auf elektronischem Wege erfolgen. Jetzt ist es bei Schmuck z.B. nicht immer gleich ersichtlich wie hoch der derzeitige Wert ist. Jetzt müssen Sie nicht für jedes Schmuckstück extra ein Gutachen anfertigen lassen, sondern können eine Schätzung abgeben. Dieser sollte allerdings gut recherchiert werden.

Wichtig!

Schenkungen müssen dem Finanzamt gemeldet werden!

Ausnahme von der Meldepflicht bei Schenkungen

Wenn die Summe der geschenkten Werte innerhalb eines Jahres 50.000 € nicht übersteigen, sind diese somit auch nicht meldepflichtig. Diese Freigrenze gilt aber wie schon beschrieben nur bei Schenkungen unter Verwandten.

Schenkungssteuer vor 2008

Die Abschaffung der Schenkungssteuer im Jahr 2008 war ein großer Schritt in der Steuerpolitik denn zuvor waren alle Schenkungen steuerpflichtig. Um die Werte ermitteln zu können gab es ein Bewertungsgesetz. Dies sagte soviel aus, wie dass man bei Sachwerten den Wert über den möglichen aktuellen Verkaufswert ermitteln durfte oder zum Beispiel bei Aktien, den aktuellen Kurswert als Basis heranziehen konnte.

Hatte man den Wert ermittelt wurde der Gesamtwert der Schenkung in Betracht gezogen als auch die Steuerklasse. Diese viel höher aus, je entfernter Verwandt die Personen waren. Steuerklasse I betraf Kinder und Ehegatten, Steuerklasse II Enkel und Urenkel, Steuerklasse III Geschwister und Eltern sowie Großeltern und die Steuerklasse IV Neffen/Nichten, Schwiegereltern und Steuerklasse V alle anderen Personen. Der angesetzte Prozentsatz variierte mit 2-60% daher sehr stark.

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