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Testament Erstellung - Das sollten Sie beim Testament erstellen beachten

  • Redaktion Erbrechtsinfo.at
Mann setzt ein Testament auf
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Ein Testament zu erstellen und den eigenen Nachlass zu Lebzeiten richtig zu planen, damit beschäftigt man sich nicht gerne. Doch gerade das Aufsetzen eines Testaments ist für die richtige Weitergabe des Vermögens sehr wichtig, um besonders juristischen Erbrechtsstreitigkeiten danach in der Familie vorzubeugen. 

Achtung!

Der Rechtsschutzversicherer D.A.S. geht davon aus, dass 50% aller privat erstellten Testamente Fehler aufweisen und zu späteren Erbstreitigkeiten führen.

Grundsätzlich ist das Aufsetzen eines Testaments nicht schwierig, man sollte allerdings auf einige wesentliche Punkte achten um Fehler zu vermeiden. Insbesondere sollte man sich überlegen, welche Testamentsart die richtige ist. Welche Möglichkeiten gibt es bei der Erstellung eines Testaments überhaupt? 

Wo soll man sein Testament aufbewahren und zu welchem Zeitpunkt sollte man ein Testament überhaupt erstellen? Benötigt man für ein Testament einen Notar oder Rechtsanwalt? Wie hoch sind die Kosten für ein Testament und was ist eigentlich ein Erbvertrag? Alle Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten privat erstellten Testamente sind fehlerhaft und somit ungültig.
  • Grundsätzlich kann man ein Testament selber erstellen. Ohne Prüfung vom Anwalt (oder Notar) birgt das aber Gefahren für Formfehler. Im schlimmsten Fall ist das Testament dann ungültig.
  • In Österreich gibt es keine Testamentspflicht, jedoch tritt dann die gesetzliche Erbfolge in Kraft und gewisse Erben erhalten nur den Pflichtteil.
  • Die Erstellung eines Testaments sollte so früh wie möglich geregelt werden.
  • Ein Testament sollte sicher verwahrt werden. Die Registrierung beim Testamentregister hilft den „letzten Willen“ zu schützen.
  • Ein Testament kann vom Notar sowie vom Rechtsanwalt erstellt werden. Ein Rechtsanwalt darf Sie allerdings in Ihrem Interesse beraten. Um überhaupt zu wissen was in einem Testament enthalten sein sollte sowie worauf man dabei achten sollte um die Nachkommen nicht in finanzielle Gefahren zu bringen, macht eine Erstberatung bei einem Anwalt für Erbrecht in jedem Fall Sinn.
  • Es gibt unterschiedliche Formen für ein Testament: 1) Eigenhändiges Testament 2) Fremdhändiges Testament 3) Mündliches Testamen.

Muss ich überhaupt ein Testament aufsetzen?

Gesetzlich ist man nicht verpflichtet ein Testament in Österreich aufzusetzen. Erstellt man kein Testament vor dem Ableben, dann tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Insbesondere bei komplizierten Vermögensverhältnissen, Familienbetrieben oder Liegenschaften im In- und Ausland empfiehlt es sich ganz besonders ein Testament rechtzeitig zu erstellen. Ohne eines „letzten Willens“ entstehen schnell innerhalb der Familie Erbstreitigkeiten um das Erbe. Um dem Vorzubeugen sollten Sie die Weitergabe Ihres Vermögens bzw. ihren Nachlass richtig planen.

Warum sollte man ein Testament unbedingt errichten lassen?
Welche Fehler sollte man bei der Erstellung eines Testamentes vermeiden?

Wann sollte ich ein Testament aufsetzen bzw. erstellen lassen?

Keiner beschäftigt sich gerne mit Dingen nach dem eigenen Tod. Daher werden die meisten Gedanken rund um das eigene Testament gerne nach Hinten geschoben. Ein Testament zu erstellen ist relativ einfach, insbesondere mit Hilfe eines Rechtsanwalts (oder Notars). 

Es sichert Ihren Nachkommen eine geregelte Weitergabe Ihres Vermächtnisses. Die Planung für das Aufsetzen Ihres Testaments sollte daher so früh wie möglich geregelt werden. Sollten Sie zu einem späteren Zeitpunkt Änderungen am Testament vornehmen wollen, können Sie das jederzeit machen.

Wo bewahre ich mein Testament am Besten auf?

Ihr Testament sollte auf jedenfall an einem sicheren Ort und nicht einfach in der Schreibtisch Schublade aufbewahrt werden. Achten Sie darauf, dass Sie einen Ort finden an dem niemand schnell ran kommt und das Testament einfach vernichten kann. Sollte jemand in der Familie das Meiste vom Erbe erhalten, so besteht auch die Möglichkeit es dieser Person zu übergeben. 

Eine andere Möglichkeit ist es dem Nachlassgericht zu übergeben oder Ihr Testament ins Testamentsregister eintragen zu lassen. In Beiden Fällen sollte Ihr letzter Wille sicher verwahrt sein.

Kosten eines Testaments in Österreich?

Was es kostet in Österreich ein Testament erstellen zu lassen hängt von mehreren Faktoren ab? Wenn man sein Testament von einem Notar oder einem Rechtsanwalt errichten lässt, fallen natürlich auch Kosten an. Sollte man das Testament ins Testamentsregister bei der österreichischen Notariatskammer eintragen lassen, so fallen zusätzlich dafür noch einmalige Gebühren an. Die Kosten für einen Notar oder Rechtsanwalts fallen sehr unterschiedlich aus. 

Normalerweise wird über einen Stundensatz oder einen Vertragswert in Höhe des Umfangs der bestehenden Erbschaftssumme abgerechnet. Für eine einfache Testament Erstellung können Sie mit 300 € rechnen. Testament Prüfungen sind je nach Umfang sogar günstiger. 

Welche Testamentsarten gibt es überhaupt?

Es gibt verschiedene Arten sein Testament aufzusetzen. Wichtig ist bei allen Testament Arten, dass man keine Formfehler begeht, da sonst das Testament für ungültig erklärt wird und Ihrem Wunsch nicht mehr entsprochen werden kann. Außerdem führen fehlerhafte Testamente sehr oft zu Streitigkeiten in der Familie.

1.) Eigenhändiges Testament

Das Testament (Text) muss vom Testator eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden. Es ist zwar nicht gesetzlich vorgesehen den Tag und den Ort der Errichtung des letzten Willens anzugeben, zweckdienlich allerdings schon, denn ein späteres Testament hebt ein früheres auf sofern ein Widerspruch zwischen den beiden Versionen besteht. 

Es genügt nicht einen durch eine andere Person verfassten, Maschinen geschriebenen Text zu unterschreiben, da die eindeutige Identifizierung hier nicht gegeben ist.

2.) Fremdhändiges Testament

2015 kam es im Zuge der Erbrechtsreform in Bezug auf die Formvorschriften für fremdhändige letztwillige Verfügungen zu erheblichen Änderungen. Das Missachten dieser Formvorschriften kann zur Ungültigkeit des Testaments führen, weswegen diesen eine große Bedeutung zukommt. 

Das fremdhändige Testament kann auf beliebige Art erstellt werden (z.B. mit einer Schreibmaschine oder durch eine andere Person) und muss in Gegenwart von drei fähigen Zeugen durch den Verfügenden eigenhändig unterschrieben werden. Zusätzlich muss es mit dem eigenhändig verfassten Nachsatz versehen werden, dass das Dokument den letzten Willen des Verfügenden enthält.

Zusätze fremdhändiges Testament

Ein solcher Zusatz könnte beispielsweise lauten: „Diese Urkunde enthält meinen letzten Willen.“ Eine eigenhändige Unterschrift ist dennoch vonnöten. Den Gesetzesmaterialen ist zu entnehmen, dass dieser eigenhändig zu schreibende Zusatz auch mit den Worten „Mein Wille“, „Das will ich“ oder „So soll es sein“, oder einer ähnlichen Formulierung zum Ausdruck gebracht werden kann. 

Aus der letztwilligen Verfügung muss die Identität der Zeugen hervorgehen, sie also mit Vor- und Familiennamen, sowie Adresse und Geburtsdatum genannt werden. Diese Angaben müssen nicht vom Zeugen eigenhändig angeführt werden, sondern auch fremdhändig geschrieben sein.

Zeugen fremdhändiges Testament

Allerdings muss der Zeuge die letztwillige Verfügung eigenhändig unterschreiben. Zusätzlich ist ein Zusatz hinzuzufügen, der die Zeugenschaft eindeutig unterstreicht. Beispielsweise: „Hans Müller als Testamentszeuge.“ Die Zeugen müssen den Inhalt des Testaments nicht kennen. Zeugen müssen über achtzehn Jahre alt sein. Sie werden als fähige Zeugen bezeichnet. 

Ausdrücklich ausgeschlossen als Zeugen sind Blinde, Taube, Stumme und Personen, die der Sprache des Testators nicht mächtig sind, oder diese aufgrund der eigenen geistigen Verfassung nicht für das Amt des Zeugen tauglich sind. Um den Anschein der Befangenheit auszuschließen, dürfen die im Testament Bedachten und nahe Angehörige dieser Person keine Testamentszeugen sein.

3.) Mündliches Testament

Jeder kann einen mündlichen oder schriftlichen letzten Willen errichten, wenn er sich in unmittelbarer Gefahr zu sterben befindet oder ein Verlust der Testierfähigkeit droht, bevor die letztwillige Verfügung auf andere Weise erklärt werden kann.

Damit sind auch Besachwalterte oder mündige Minderjährige gemeint. So etwas wird Nottestament genannt und zwei Zeugen sind dafür notwendig, die gleichzeitig zugegen sein müssen.

Welche Arten von Testamenten gibt es in Österreich?
Warum sollte man ein Testament unbedingt vom Anwalt erstellen oder prüfen lassen?

Gültigkeitsdauer Mündliches Testament

Drei Monate nach dem Wegfall der akuten Gefahr wird ein auf diese Weise erklärter letzter Wille ungültig. Dabei muss die drohende Gefahr des Todes oder des Verlustes der Testierfähigkeit bewiesen werden. Außerdem muss die Testierfähigkeit von vornherein gegeben sein, denn sonst könnte auch kein Verlust derselben drohen.

Eine so getane letztwillige Verfügung verliert ihre Gültigkeit, wenn sie nicht durch übereinstimmende Aussagen der zwei Zeugen bestätigt wird. Innerhalb von drei Jahren nach dem Tod des Testators müssen die Zeugen das Gehörte eidlich bekräftigen, sollte eine interessierte Person dies verlangen. 

Die große Gefahr dieser Testamentsform liegt darin: Der letzte Wille ist nur genau dann wirksam, wenn die Aussagen aller drei Zeugen übereinstimmen. Außerdem wird das Testament ungültig wenn nicht mehr als zwei Zeugen vorhanden sind.

Neues OGH-Urteil | Stand: 26.6.2018

Zeugen müssen auf der Testamentsurkunde unterschreiben:„Die Unterschrift der Testamentszeugen muss auf der Urkunde erfolgen, die den Text der letztwilligen Anordnung enthält. Die Unterschrift auf einem zusätzlichen losen und leeren Blatt reicht für die Erfüllung der Formvorschrift nicht aus“ (Quelle: OGH )

Erbvertrag als Alternative zum Testament

Der Erbvertrag zwischen Ehegatten bietet eine Alternative zum Testament. Im Erbvertrag setzten sich die Ehegatten als gegenseitige Erben ein. Denn Erbvertrag müssen beide Partner unterschreiben. Dieser ist auch möglich bei eingetragenen Lebenspartnern. Kinder oder andere Angehörige erhalten dann beim Ableben einer der Partner keinen Pflichtteil.

Vermächtnis als Teil des Testaments

Das Vermächtnis kann Teil eines Testaments sein. Dabei werden spezielle Gegenstände, Wertgegenstände, Bargeld oder sogar Wohneigentum einer bestimmen Person zuteil gemacht werden. Diese Person muss kein Pflichtteilsberechtigter sein. 

Pflegevermächtnis

Eine Sonderform des Vermächtnisses ist das Pflegevermächtnis. Bei diesem kann ein Erbe oder aber auch dritte betreuende Person, die den Verstorbenen eine gewisse Stundenanzahl pro Woche betreut hat, eine spätere Entlohnung geltend machen. Wichtig dabei ist, dass die geleistete Arbeit bis dato nicht entlohnt wurde.

Inhalt eines Testaments

Viele Fragen sich, was in ihrem Testament überhaupt stehen soll. 

Das Einsetzen eines oder mehrerer Erben ist der wichtigste Inhalt eines letzten Willens. Die Auswahl der Erben muss die Erben selbst bestimmen:

Bsp1: „Zur Alleinerbin meines gesamten Vermögens setze ich meine Tochter Julia ein.“

Bsp2: „Zu gleichteiligen Erben meines gesamten Vermögens setze ich meine Kinder Daniel und Julia ein.“)

Vermächtnisse oder Legate, nennt man die Zuwendung von einzelnen Vermögensteilen an bestimmte Personen. (z.B: „Meine Münzensammlung vermache ich meinem Enkel Christian.“) Die Erbeinsetzung oder die Vermächtnisse kann der Testator in der letztwilligen Verfügung von Bedingungen, Auflagen und Befristungen abhängig machen.

Damit der Begünstigte die Zuwendung erhält, müssen Voraussetzungen oder eine Terminierung erfüllt sein, die bei der Bedingung oder Befristung aufgestellt werden. Ein weiterer Aspekt ist die sogenannte Auflage: Dabei wird ein sogenannter Beschwerter zu einem bestimmten Verhalten verpflichtet. Bei Nichterfüllung dieser Auflage, verliert der Begünstigte die Zuwendung.

Testament Muster und Vorlagen

Testament Muster gibt es im Internet, wie auch in unserem Beitrag Testament Vorlagen & Muster, sehr häufig. Allerdings ist ein Muster immer etwas sehr allgemeines. Jede Verlassenschaft ist aber unterschiedlich. Wenn es nur um Geld geht, kann es noch recht einfach sein. 

Wenn aber Gegenstände wie Schmuck oder Kunst an jemanden ganz bestimmten oder Grundstücke und Immobilien vererbt werden, wird es kompliziert. Was passiert in dem Fall mit dem Pflichtteil der anderen? Wer hat bei Immobilien eventuell sogar Wohn- oder Nutzungsrechte? Was wenn vielleicht einer der Erben vorher schon eine Schenkung erhalten hat?

Das sind nur einige der Eventualitäten, die ein Testament Muster unbrauchbar machen. Aufgrund dass es bei jedem 4. Erbe Streitigkeiten unter den Erben gibt, lassen Sie sich von einem Anwalt für Erbrecht beraten und machen Sie keine Fehler. Ein Standard-Testament von einem Rechtsexperten ist bereits um 300 € zu haben. 

Enterbung im Testament

Sie wollen einen nahen Verwanden, dem ein Pflichtteil zustehen würde, enterben? Dies ist nur in ganz speziellen Fällen möglich. Zum Beispiel wenn der zu Enterbende gegenüber dem Erblasser eine gerichtlich strafbare Handlung begangen hat. Oder der Pflichtteilsberechtigte dem Erblasser seelisches Leid zugefügt hat.

Testament spenden - Ihr Testament an gemeinnützige Organisationen spenden

In Österreich möchten immer mehr Menschen bei Ihrem Testament eine gemeinnützige Organisation berücksichtigen und damit etwas Gutes tun. Eine Testament Spende führt dazu, dass man nicht nur der Familie oder den Verwandten etwas hinterlässt, sondern eben auch einer Gemeinnützigen Organisation für den guten Zweck.

Sie interessieren sich für eine Testament Spende? Dann finden Sie in unserer Rubrik Testament spenden einige ausgewählte Gemeinnützige Organisationen mit denen Erbrechtsinfo.at kooperiert. 

Hier ausgewählte gemeinnützige Organisationen in Österreich für eine Testament Spende finden, die sich über eine Spende freuen würden.

Benötige ich für mein Testament einen Notar oder Rechtsanwalt?

Gerade wenn es um komplizierte Familienverhältnisse, große Vermögensaufteilungen, um laufende Betriebsnachfolgen oder große Liegenschaften im Ausland geht, empfiehlt es sich einen Rechtsanwalt oder Notar zu Rate zu ziehen, der auf Erbrecht spezialisiert ist.

Aber auch bei Testamenten bei denen es nicht um große Summen geht, kann es bei nicht rechtskonformen Testamenten während des Verlassenschaftsverfahrens zu heftigen Streitigkeiten kommen. Nicht immer geht es dabei um Geld. Auch Gegenstände wie Schmuck oder Kunst zu denen ein Erbe ein besonders enges Verhältnis hat, sollten im Testament bedacht werden. Welche Auswirkungen hat das aber auf den Pflichtteil der anderen Erben?

Um bei der Weitergabe des Erbes richtige Entscheidungen zu treffen, macht es daher durchaus Sinn einen subjektiven Berater dabei zu haben. Wenn Ihr Testament nicht von einem Rechtsanwalt oder Notar aufgesetzt wird, können schnell Fehler passieren und dann können Familienmitglieder sogar das Testament anfechten. Diesen Fall sollten Sie aufjedenfall vermeiden.

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